Auf der Insel Martinique finden sich bedeutende, für Tropeninseln typische Biotope. Die Landschaften werden im Norden von bewaldeten, feuchten Vulkanhöhen und Landwirtschaftsflächen geprägt. Eine sanfte Hügellandschaft mit trockenen, schönen Savanen bestimmen das Landschaftsbild im Süden der Insel.

Vielseitigkeit

Die Insel Martinique verfügt neben einer außergewöhnlichen Landschaftsvielfalt über eine ungeheure Fülle an Arten, eine außergewöhnlich reiche Fauna und Flora auf dem Land wie im Wasser.

Im Norden zeigt die Insel unterschiedliche Landschaftsbilder, dazu gehören die durch die Erosion der Vulkane entstandenen Hügel, genannt "Mornes", weiterhin Höhenzüge mit herrlichen Wäldern, aber auch 470 km lange Küstenlandstriche gesäumt von tropischen Stränden mit weißem oder schwarzem Sand, Mangroven, Steilfelsen und Inselchen. Im Süden von Martinique erstrecken sich reizvolle Trockensavanen, ausgedehnte Zuckerrohrfelder, sowie Bananen- und Ananas-Plantagen. Sie verleihen der atlantischen Seite der Insel ein ländliches Aussehen.

Dank der besonderen Umweltbedingungen entstand auf Martinique eine dichte Vegetation, in der sich zahlreiche Arten entwickeln konnten. Die feuchten Wälder im Norden bieten ideale Lebensräume für seltene Baumarten, wie sie auf Martinique und anderen Inseln der Kleinen Antillen vorkommen.

Die Insel Martinique, "Blume der Karibik", verdankt ihren Namen zu recht dem großen Pflanzenreichtum mit 3283 verschiedenen Arten. Insgesamt sind hier 396 Baumarten beheimatet, es ist die größte Vielfalt der Kleinen Antillen. Auch die Fauna ist hochinteressant, darunter einige Arten die nur auf Martinique vorkommen, wie der "Carouge" (eine Vogelart), der "Murin de la Martinique" (eine Fledermausart) und die "Matout oder Falaise" genannte Vogelspinnenart. Außerdem leben auf der Insel noch andere typische Tiere der Kleinen Antillen, wie eine besondere Leguanart oder der blauköpfige Kolibri. Die 48 kleinen Inseln vor der atlantischen Küste sind ein Refugium für Seevögel, dazu gehört auch die "Sterne de Dougaill". Bisher konnten auf der Insel Martinique rund 200 Vogelarten beobachtet werden.

Norden

Im Norden der Insel erstrecken sich herrliche Landstriche mit Tropenwäldern und Bergmassiven, überragt von der berühmten Montagne Pelée. Der Vulkan wurde durch den gewaltigen Ausbruch am 8. Mai 1902 weltbekannt. Die Gipfel Pelée (1397m), Pitons du Carbet und Morne Jacob prägen weithin sichtbar das nördliche Landschaftsbild Martiniques. Diese regenreichen Vulkanmassive werden von Wildbächen mit spektakulären Wasserfällen durchzogen.

Süden

Im Süden der Inseln reihen sich kleine, seichte Buchten mit weißen Sandstränden, eine schöner als die andere. An der Küste der Halbinsel von Sainte-Anne finden sich Savanengebiete und die typischen Trockenwälder heißer Klimazonen, aber auch die schönsten Strände Martiniques. Als geradezu paradiesisch gelten die Gebiete Etang des Salines, Baie des Anglais sowie die kleinen Inseln an diesem Küstenstreifen.

Naturtourismus

Mit 22 000 Hektar Flächen geschützter Natur verfügt Martinique über ausgedehnte Naturgebiete sowie zahlreiche sehenswerte Orte, die einen angenehmen Naturtourismus ermöglichen. So vielfältig wie die Landschaften, so abwechslungsreich sind auch die Angebote der Aktivitäten für Naturfreunde auf der Insel:
  • Wanderungen: 31 Wege mit insgesamt 250 km Wanderstrecken.
  • Canyoning: 50 Spots, davon einige mit internationalem Niveau.
  • Klettern im Freien: Kletterstrecken finden sich vorwiegend im südlichen Teil der Insel, einige davon direkt am Meer.
  • Reitwanderungen: Die Reiterhöfe im Süden bieten Touren in weniger bekannte Landstriche und Orte.
  • Touren mit Kajak, Quad oder Geländewagen: Sie führen zu außergewöhnlichen und entdeckenswerten Natursehenswürdigkeiten.
  • Tauchen: In Martinique gibt es sowohl an der karibischen Küste (z.B. in Saint Pierre) als auch im Atlantik hervorragende Tauchspots mit einer vielfältigen Meeresfauna und -flora.


Begegnung mit der kreolischen Kultur

Martinique ist ein Kreuzungspunkt verschiedener Kulturen und Zivilisationen, ein Ort der Begegnungen und des Austausches. Die Insel spiegelt die unterschiedlichen Einflüsse, die ihren Reichtum an Kultur und Traditionen ausmachen, wider.

In Martinique sind der Inselstatus und die Vielfalt gepaart mit einer überlieferten, nach wie vor gepflegten Gastfreundlichkeit.

Die Bevölkerung wird von einem Gemisch aus 80 % Menschen mit schwarzer Hautfarbe oder Mischlinge, 15 % Afro-Inder und 5 % Nachfahren ehemaliger Kolonisten gebildet. Diese Vermischung der verschiedener Volksgruppen zeigt sich auch in der kreolischen Sprache, die aus dem Französisch des 17./18. Jahrhunderts, indianischen und afrikanischen Ausdrücken entstand. Im Laufe der Jahre bildete sich durch Märchen, Lieder, Sprichwörter und Gedichte eine eigene Literatur heraus. Die kreolische Sprache wird trotz einiger Unterschiede zwischen den Inseln von allen Bewohnern der Antillen gesprochen und verstanden.

Diese bunte Mischung findet sich ebenfalls in der Gastronomie und dem historischen Erbe Martiniques. Die Küche entspricht dem Bild der exotischen Umgebung, sie ist vielseitig, reich an Farben und Gewürzen. Die Gastronomie vermag die ganze Vielfalt der kulturellen Ursprünge und Traditionen zu vermitteln, da sie stark von den unterschiedlichen Herkunftsländern der Bevölkerung beeinflusst wurde (Südamerika, Europa, Afrika, Karibik, Asien, etc.). Auf den Tisch kommen vorwiegend landestypische Gemüse (Yamswurzeln, Brotfrucht, Bananen etc.), reichlich gewürzte Fleischgerichte (Colombo, Ragout, Huhn "boucané"....), Fisch (Thunfisch, Dorade, Makrelenhechte....) oder Meeresfrüchte (Langusten, Riesengarnelen...). Die kulinarischen Spezialitäten Martiniques entsprechen außerdem jahreszeitlichen Festen wie Ostern und Pfingsten, dann wird mit Vorliebe ein "Matoutout" serviert, ein traditionelles Gericht mit Krebsen.

Weihnachten bietet ebenfalls Gelegenheit die Spezialitäten kennen zu lernen. Zum Aperitif wird dann gern ein "Weihnachtsschinken" (karamellisiert mit Zucker, kandierten Kirschen und Ananas) gereicht, es gibt salzige Pasteten, scharfe, kreolische Blutwurst, aber auch Gerichte mit Yamswurzeln und Straucherbsen oder Schweineragout. Natürlich werden Truthahn und Stopfleber nicht vergessen, die kreolische Gastronomie vereint eben alle Einflüsse.

Die hervorragende Küche von Martinique erhielt 2008 mit dem "Caribbean World Travel Award" eine internationale Anerkennung als gastronomische Destination in der Karibik: "Best Gourmet Island of the Year".

Martinique hat zudem eine ganz eigene Spezialität, den Rum. Der "Rhum agricole de la Martinique" wird seit dem 17. Jahrhundert auf der Insel hergestellt. Der für seinen feinen Geschmack gerühmte Rum ist der einzige mit dem Gütezeichen AOC (Appellation d'Origine Contrôlée) und die Inselbewohner sind stolz auf dieses Produkt. Durch das ausgewogene, feine Aroma begeistert der in Eichenfässern gereifte Rum aus Martinique auf Anhieb. Und Kenner schätzen besonders seinen aromatischen, vollmundigen Geschmack.

Dank des historischen Erbes ist Martinique auch ein Reiseziel mit kulturellen Sehenswürdigkeiten. Geschichtsträchtige Überreste finden sich in der Stadt Saint-Pierre, sehenswert sind außerdem die schönen alten Häuser und Bauwerke in Fort-de-France. Auf der gesamten Insel gibt es zahlreiche interessante Museen (über 20), die auf vielfältige Weise von der reichen, wechselhaften Vergangenheit der Insel zeugen und eine Attraktion für Touristen darstellen.

Einige Museen: Museum für vorkolumbianische Archäologie und Vorgeschichte in Fort-de-France, Geschichts- und Ethnografie-Museum in Fort-de-France, Heimatmuseum der Insel Martinique in Rivière Pilote, Museum La Pagerie in Trois-Ilets (Geburtsort der Kaiserin Joséphine), Museum Paul Gauguin in Le Carbet, Vulkanmuseum in Saint-Pierre.

Das geschichtliche Erbe Martiniques findet seinen Ausdruck auch im Kunsthandwerk:
  • "Village de la Poterie" (Töpferdorf Trois-îlets)
  • "Vannerie" (Flechterei in Sainte-Marie). Herstellung von typisch kreolischen Gegenständen (Hüte, Taschen, Körbe…).

Nachhaltiger Tourismus

In Martinique wird ein dauerhafter Tourismus gefördert, der den Kontakt zur Natur und der Bevölkerung bevorzugt. Mittlerweile verfügt die Insel über eine Reihe von entsprechenden Unterkünften für Touristen. Dazu gehören:
  • Réseau TAK TAK
Die Agentur für die Förderung der ländlichen und touristischen Aktivitäten (Apart), Tak Tak Martinique hat zur Aufgabe einen nachhaltigen solidarischen Tourismus im Norden der Insel zu entwickeln. Sie unterhält ein Netz mit unterschiedlicher Teilnehmern (örtliche Restaurants, Museen, Destillerien...) und hat eine Qualitätscharta ins Leben gerufen, die lokale Produkte hervorhebt.
  • Réseau Ekokay
Ekokay bietet auf die Natur ausgerichtete Aufenthalte, um weniger bekannte Seiten von Martinique kennen zu lernen. Schwerpunkte sind der Norden, das Gebirge, die Gewässer, Natur und Geschichte. Es werden verschiedene Aktivitäten geboten: Wanderungen, Baden in den Flüssen, Thalassotherapie, Entdeckung der lokalen Produkte.
  • Réseau d'Agritourisme
Auf der Insel Martinique gibt es außerdem mehrere Unterkünfte in landwirtschaftlichen Betrieben, die "Fermes Auberges".
  • Gîtes de France de Montagne
Dabei handelt es sich um Ferienwohnungen bei Einheimischen in einer reizvollen Umgebung. Sie erlauben es völlig in die Landeskultur einzutauchen. Dazu gehören auch die privaten Gästezimmer "Chambres d'hôtes".

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